Pressemitteilung der CDU Ketsch zum geplanten Kiesabbau im Gewann "Entenpfuhl"

Der CDU-Ortsverband spricht sich nach einer öffentlichen Diskussionsrunde klar gegen das Vorhaben Kiesabbau im Gewann Entenpfuhl aus. Für den Erhalt des Waldes, so die Christdemokraten, sprechen insbesondere:

  • die etwaige Gefährdung des Grundwassers,
  • die Lärmsteigerung für die Ketscher Bevölkerung und
  • die Zerstörung von 42 Hektar Natur.

Der neue Vorsitzende der Ketscher CDU, Tobias Kapp, hatte nach seiner Wahl den Ketscher Bürgern mehr Möglichkeiten zum Dialog zugesagt. Nun traf sich der Vorstand erstmals zu einer öffentlichen Diskussionsrunde. Hierzu wurden zwei Referenten geladen, die bei dem Scoping-Termin im Landratsamt zwei Tage zuvor dabei waren. Heinz Eppel vom Ketscher Umweltstammtisch sowie Frank Lück, Mitglied im Vorstand des Kreisjägerverbandes und Hegeringleiter, brachten unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Abholzung fast des gesamten Waldes im Entenpfuhl unter allen Umständen verhindert werden müsse.

Nachdem Kapp über die rechtlichen Grundlagen des Verfahrens informiert hatte, berichtete Eppel über die Ergebnisse des Scoping-Termins. Lück wies darauf die außerordentlich reichhaltige Tier- und Artenvielfalt im Entenpfuhl hin, die er als Jäger vor Ort wie kein zweiter kennt. Der Wald sei Lebensraum für zahlreiche Hasen, Füchse und Rehe, aber auch für über 40 Vogelarten. Zudem bevölkern Hirschkäfer, Blindschleichen und Ameisen diese 42 Hektar große Waldfläche.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren skeptisch, ob die von der Firma Krieger noch vorzustellenden Ausgleichsmaßnahmen diese enormen Eingriffe in die Natur auch nur annähernd kompensieren können.

„Die öffentliche Wasserversorgung hat oberste Priorität“, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Bei zwei sich widersprechenden Gutachten, sei es jetzt der richtige Weg ein drittes von neutraler Stelle einzuholen, um jegliche Gefährdung auszuschließen.

Kritisch wurden auch die Lärmimmissionen gesehen, solche von der Anlage selbst und solche von Autobahn, Bundesstraße und Schienenstrecke, die bisher durch den Wald abgemildert wurden.

Letztlich ist erst im vergangenen Jahr in unmittelbarer Nähe zum vorgesehenen Abbaugebiet ein Schutzgebiet für die vom Aussterben bedrohte Haubenlerche errichtet worden. Auch wenn der Umweltbeauftragte der Gemeinde Ketsch, Dominique Stang, im Pressebericht vom 20.08.19 die Aussage trifft, dass der Kiesabbau mit all seinen Auswirkungen keine Störung für diese Tiere darstellt, so wird im gleichen Artikel die Haubenlerche als scheuer Bodenbrüter beschrieben. Herr Stangs Aussage darf demnach durchaus kritisch betrachtet werden.

auch erschienen in der Schwetzinger Tageszeitung vom 29.08.2019

Anlage:

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